Glamping in der Wüste
In dem Naturreservat gibt es jede Menge Vögel, Gazelle, aber nur ein Unternehmen, das dort Camping anbieten darf. Unsere Autorin Moni hat eine Nacht in den Dünen mit ihrer Familie dort verbracht – ohne Handyempfang, aber dafür mit ganz viel Natur und Abenteuerfeeling. Nachahmung unbedingt empfehlenswert!
Ich gebe es zu Beginn direkt zu: Wir sind eigentlich keine Camping-Familie. Wir haben selbst in der Kindheit genügend Urlaube im Wohnwagen verbracht. Jetzt mögen wir einfach lieber Hotels mit angrenzendem Bad, gemachten Betten und zubereiteten Mahlzeiten. Doch als wir vom „Sand Sherpa“-Camp in Dubai hörten, haben wir nicht lange gezögert. Eine Nacht in einem Campingwagen mit Dachzelt in der Wüste… Das hört sich nach einem einmaligen Abenteuer an… Und genau das ist es auch. Unser Auto müssen wir am Treffpunkt abstellen. Mit den Jeeps geht es in das Naturreservat. Das Sherpa Camp liegt inmitten der Wildnis des Dubai Desert Conservation Reserve – einem 225 Quadratkilometer großen Schutzgebiet, das seit 23 Jahren unter strengen Zugangsbeschränkungen steht. Sand Sherpa ist das einzige Unternehmen, dass in diesem Gebiet ein Camp betreiben darf. Dementsprechend ursprünglich ist auch das, was wir aus dem Jeep heraus erblicken.
Tiere in ihrem Lebensraum beobachten
Puh, obwohl es schon 15 Uhr ist, ist es noch ganz schön heiß. „Es ist doch auch die Wüste Mama, was hast du denn gedacht“, belehrt mich meine große Tochter, die neugierig in die Wüste hineinschaut. Und die dank unseres Tourguides direkt zum Oben erweckt. Unglaublich, was für eine Vielfalt es in diesem ganzen Sand gibt. Wir sind erst ein paar Meter gefahren, da stoppen wir schon wieder. „Schaut dort rüber, das ist eine Oryxantilope , dahinten eine Sandganzelle“. Wir fahren rund 40 Minuten, bis wir unsere Unterkunft erreichen. Direkt an einer Sanddüne steht unser Wagen. Ich atme erleichtert auf, Toilette, Waschbecken und Dusche sind nur eine Fußminute entfernt. Das kriegen wir notfalls auch nachts hin.Meine Mädels klettern sofort begeistert in das Dachzelt hinein, Mama und Papa „dürfen“ im unteren Bereich schlafen. Doch ins Bett möchte hier erst einmal niemand gehen. Wir laufen durch den Sand auf einen kleinen Hügel. Was für ein Licht, was für eine Weite und was für eine Ruhe. Diese Atmosphäre ist gerade beim Sonnenuntergang etwas ganz Besonderes. Kaum hat sich die Dunkelheit über das Camp gelegt, wird auch schon an der Kochstelle das Abendessen für uns zubereitet. Pizza, Burger, Salat. Für alle ist etwas dabei. Frisch gestärkt holen wir unsere Taschenlampen und starten mit unserem Guide auf den Skorpion-Walk. Natürlich mit festem Schuhwerk, niemand möchte heute gestochen werden. Mit einer UV-Lampe leuchten ihre Körper und lassen sich schnell entdecken. Das liegt daran, dass ihr Chitinpanzer chemische Substanzen wie Beta-Carbolin enthält, die UV-Licht absorbieren und als sichtbares Licht wieder abgeben. Wahnsinn, wie spannend die kleinen Spinnentiere sind. Die Kinder sind völlig fasziniert von den Erklärungen. Kleiner Wermutstropfen: Da der Guide nur Englisch spricht, muss ich sie für meine Mädels übersetzen.
Nach der Skorpion-Safari Marshmallows rösten
Nach der Skorpion-Safari bekommen wir noch eine Tüte Marshmallows und Stöcke, um sie an der Feuerstelle vor unserem Camper zu rösten. Langsam dämmert es mir, warum viele Freunde so gerne campen gehen. Selten haben wir als Familie so entspannt zusammen gesetzt. Keine Ablenkung, kein Handyempfang, nur wir Vier in der Natur unter einem unglaublichen Sternenhimmel. Als wir uns in unseren Camper kuscheln, in dem es dank angenehmer Nachttemperaturen nicht zu heiß ist, freue ich mich auf eine erholsame Nacht, die leider nicht ganz so entspannt wie gedacht wird. Wenn sie jemand bewegt, wackelt der Camper. Und natürlich mussten die Mädels ausgerechnet diese Nacht auf Toilette. Doch als ich morgens aus dem Camper krieche, ist die Müdigkeit wie weggeblasen. In so einer Umgebung aufzuwachen, ist einfach unglaublich. Gemeinsam mit dem Tourguide und Falke „Sally“ ziehen wir los. In Dubai sind Falken beliebte Haustiere und Statussymbole. Wir dürfen den Falken nicht nur auf der Hand (natürlich mit einem dicken Handschuh) halten, meine Große darf sogar ein kleines Kunststück mit ihm machen. Danach gibt es noch ein Frühstück mit Eiern, Müsli und Croissants, bevor wir das Naturreservat leider schon verlassen müssen.
In Sachen Transparenz: Wir bedanken uns herzlich beim Sand Sherpa Camp für die Einladung (Werbung, da Pressereise). Wir berichten nur über Hotels und Destinationen, die wir selbst getestet haben und die wir auch Freunden empfehlen würden.











