Zwischen Jazz, Geistergeschichten und Beignets – unsere ganz persönlichen Highlights im French Quarter
Es gibt Städte, die schaut man sich an. Und es gibt Städte, die man mit allen Sinnen erlebt. New Orleans gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Zwischen mitreißendem Jazz, historischen Streetcars, legendären Restaurants, bunten Mardi-Gras-Wagen und den berühmten Beignets wartet hinter jeder Ecke eine neue Geschichte. Hier kommen unsere 10 persönlichen Highlights, die unseren Aufenthalt unvergesslich gemacht haben – und die wir Familien mit älteren Kindern und Teenagern von Herzen empfehlen.
New Orleans ist eine Stadt, die sofort unter die Haut geht …
Kaum hatten wir im Hampton Inn & Suites by Hilton unsere Koffer aufs Zimmer gebracht, zog es uns auch schon nach draußen. Das Hotel liegt perfekt – nur wenige Gehminuten vom French Quarter entfernt. Schon auf dem Weg dorthin klingeln die historischen Streetcars gemächlich über die St. Charles Avenue. Mächtige Eichen spenden Schatten, Palmen säumen die Straßen und überall spürt man dieses besondere Flair, das New Orleans so einzigartig macht.
Je näher wir dem French Quarter kommen, desto mehr verändert sich die Atmosphäre. Aus offenen Fenstern erklingt Jazz, Straßenmusiker spielen Trompete oder Saxofon und an fast jeder Ecke bleibt man stehen, weil es wieder etwas Neues zu entdecken gibt.
Natürlich zieht es uns zuerst an den Mississippi. Dort beobachten wir die historischen Schaufelraddampfer, die gemächlich über den Fluss gleiten. Eine Fahrt haben wir zwar nicht gemacht, aber allein der Anblick gehört für uns einfach zu New Orleans dazu.
Nur wenige Schritte weiter landen wir im Café Beignet. Während draußen Live-Jazz gespielt wird, genießen wir unseren ersten Café au Lait und die berühmten, dick mit Puderzucker bestäubten Beignets. Spätestens jetzt ist klar: New Orleans lebt nicht von Sehenswürdigkeiten allein. Es ist die Musik, die Menschen, die Geschichten und diese unglaubliche Atmosphäre, die einen sofort in ihren Bann ziehen.
Genau deshalb sind unsere Highlights auch keine klassische Sehenswürdigkeiten-Liste. Es sind zehn Erlebnisse, mit denen wir uns in diese außergewöhnliche Stadt verliebt haben.
1. Durch das French Quarter schlendern – wo hinter jeder Ecke Musik wartet
Das French Quarter ist viel mehr als die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Eigentlich ist das ganze Viertel ein einziges Freilichtmuseum. Überall entdeckt man schmiedeeiserne Balkone voller Blumen, historische Gaslaternen, kleine Innenhöfe und Häuser, die Geschichten aus über 300 Jahren erzählen.
Am schönsten ist es, sich einfach treiben zu lassen. Mal bleibt man bei einem Straßenmusiker stehen, mal entdeckt man eine kleine Galerie oder schaut den Künstlern beim Arbeiten zu. Sogar am Haus von Rockmusiker Lenny Kravitz kommen wir vorbei.
Abends verändert das Viertel seinen Charakter noch einmal. Die Jazzclubs füllen sich, Musik erklingt aus fast jeder Tür und die Straßen wirken wie eine einzige große Bühne. Mit Teenagern sollte man allerdings wissen, dass viele Clubs erst ab 21 Jahren geöffnet sind. Zum Glück gibt es aber genügend familienfreundliche Lokale, in denen man ebenfalls fantastische Live-Musik erleben kann.
2. Lunch unter alten Bäumen im Court of Two Sisters
Mitten im Trubel des French Quarter versteckt sich eine kleine grüne Oase. Der historische Innenhof des Court of Two Sisters wirkt wie eine andere Welt. Unter einem dichten Blätterdach sitzen wir im Schatten, während im Hintergrund sanfte Jazzmusik gespielt wird.
Die kreolische Küche schmeckt hervorragend, doch mindestens genauso schön ist die entspannte Atmosphäre. Nach den lebhaften Straßen draußen fühlt sich dieser Ort fast wie eine kleine Auszeit an.
3. Muriel’s – Abendessen mit einem Geist
Wer in New Orleans essen geht, bekommt oft gleich eine Geschichte dazu serviert. Im traditionsreichen Muriel’s Jackson Square gehört sogar ein Geist zum Restaurant. Für ihn wird jeden Abend ein eigener Tisch gedeckt – inklusive Wein und frisch gebackenem Brot. Angeblich kehrt der ehemalige Besitzer Pierre Antoine Lepardi Jourdan bis heute regelmäßig in „sein“ Restaurant zurück.
Auf dem Weg in den ersten Stock kommt man am berühmten Ghost Table vorbei. Mit Kerzen, Wein und Séance-Atmosphäre sorgt er für eine herrlich mystische Stimmung und gehört inzwischen zu den beliebtesten Fotomotiven des Restaurants.
Kulinarisch hat uns Muriel’s ebenfalls begeistert. Vorweg genießen wir einen wunderbar frischen Salat mit einem sensationellen Dressing. Als Hauptgericht wählen wir Shrimp & Grits – ein echter Soulfood-Klassiker aus den Südstaaten. Cremige, buttrige Grits treffen auf perfekt gebratene Garnelen und eine würzige Sauce – einfach unglaublich lecker. Den krönenden Abschluss bildet eine herrlich cremige Crème Brûlée mit feiner Karamellkruste.
Nach dem Essen lohnt es sich unbedingt, noch in den ersten Stock zu gehen. Von der historischen Galerie bietet sich ein wunderschöner Blick auf den Jackson Square. Gerade zum Sonnenuntergang herrscht hier eine ganz besondere Atmosphäre. Mit einem Cocktail oder einem Glas Wein in der Hand lässt sich das bunte Treiben unten wunderbar beobachten – für uns einer der schönsten Plätze, um einen Abend in New Orleans ausklingen zu lassen.
4. Ghost Tour für Teenager – spannend statt gruselig
Sobald es dunkel wird, zeigt New Orleans seine geheimnisvolle Seite. Die „After Dark Hauntings for Teens„-Tour von French QuarTour Kids richtet sich speziell an Jugendliche und hat uns positiv überrascht.
Stadtführerin Chelsea zieht einen schwarzen Rollkoffer mit kleinen Laternen hinter sich her – darin befindet sich die Ausrüstung für die Geisterjagd. Statt auf billige Schockeffekte setzt sie auf spannende Geschichten über Duelle, geheimnisvolle Häuser und berühmte Persönlichkeiten, die angeblich bis heute im French Quarter spuken.
Besonders witzig wird es, als Wünschelruten und kleine Ghost Detectors zum Einsatz kommen. Ob man an Geister glaubt oder nicht – der Spaß ist garantiert.
5. American Revolution in 3D – Geschichte zum Eintauchen
Geschichte kann unglaublich spannend sein – wenn sie so erzählt wird wie in der Historic New Orleans Collection. Das Museum gehört zu den schönsten Adressen, um die Geschichte und Kultur von New Orleans kennenzulernen, und zeigt neben seiner Dauerausstellung regelmäßig spannende Sonderausstellungen.
Besonders begeistert hat uns die interaktive Ausstellung „American Revolution 3D“. Mit einem HistoPad wird die Geschichte plötzlich lebendig: Richtet man das Tablet auf die einzelnen Stationen, entstehen beeindruckende 3D-Szenen und man steht scheinbar mitten in historischen Ereignissen – von der Boston Tea Party über die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung bis zum Sieg von Yorktown.
Wir haben deutlich mehr Zeit dort verbracht als geplant. Gerade für Familien und Jugendliche macht diese moderne Art der Geschichtsvermittlung richtig Spaß und vermittelt Wissen ganz ohne Langeweile.
6. Audubon Aquarium & Insectarium – zwei Attraktionen, ein Ticket
Direkt am Mississippi, nur wenige Schritte vom French Quarter entfernt, gehört das Audubon Aquarium of the Americas zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in New Orleans – und das völlig zu Recht. Nach einer umfassenden Modernisierung für rund 41 Millionen US-Dollar präsentiert sich das Aquarium moderner denn je. Mehr als 3.600 Tiere aus über 250 Arten leben hier – von Meeresschildkröten, Haien und Rochen bis zu den berühmten weißen Alligatoren und afrikanischen Pinguinen.
Mindestens genauso begeistert hat uns jedoch das direkt angeschlossene Audubon Insectarium. Plötzlich fliegen unzählige Schmetterlinge frei um uns herum, wir beobachten einen Bienenstock hinter Glas und erfahren Spannendes über Vogelspinnen, Käfer und exotische Insekten. An einer kleinen Probierstation werden sogar essbare Insekten angeboten – wer mutig ist, kann geröstete Grillen oder andere Spezialitäten kosten.
Vor allem Paul war begeistert. Ein Aquarium kennt man – ein so modernes und interaktives Insectarium dagegen eher selten.
7. Mardi Gras World – hinter den Kulissen der größten Party Amerikas
Bevor die eigentliche Führung beginnt, taucht man bei einem kurzen Film in die Geschichte des Mardi Gras ein. Erst danach versteht man, warum der berühmte Karneval für New Orleans so viel mehr ist als eine bunte Parade – er ist gelebte Tradition und das wichtigste Fest des Jahres.
Anschließend geht es direkt in die Werkhallen der Mardi Gras World. Zwischen meterhohen Figuren, riesigen Masken und prachtvoll geschmückten Paradewagen arbeiten Künstler gerade an den Wagen für die nächste Saison. Überall wird gemalt, geklebt und gebaut. Besonders beeindruckt hat uns der riesige KUKA-Roboter, der große Figuren und Bauteile millimetergenau aus Styropor ausschneidet – eine spannende Mischung aus traditioneller Handwerkskunst und moderner Technik.
Erst jetzt wird einem bewusst, wie viel Kreativität und monatelange Arbeit hinter den spektakulären Paraden steckt. Nach der Führung stand für uns jedenfalls fest: Zum Mardi Gras müssen wir unbedingt noch einmal nach New Orleans zurückkommen.
8. Vampire Café – eine Blutspende bitte!
Schon beim Eintreten ist klar: Hier nimmt sich niemand allzu ernst. Das Vampire Café spielt mit dem Vampir-Thema bis ins kleinste Detail. Die roten Stoffservietten sind wie Fledermäuse gefaltet, auf dem Tisch liegt goldfarbenes Besteck – schließlich soll kein Vampir mit Silber in Berührung kommen.
Natürlich konnte ich bei der Getränkekarte nicht widerstehen und bestellte eine „Blutspende“ – eine fruchtige rote Sangria, stilecht in einem Blutbeutel serviert. Allein dafür lohnt sich der Besuch schon.
Auch das Essen hat uns überrascht. Paul entschied sich für einen richtig guten Burger mit knusprigen Kartoffelchips, auf der Karte stehen außerdem Filet Mignon, Charcuterie Boards oder das augenzwinkernde „Stake Tartar“. Zum Abschluss musste natürlich noch die Blood Orange Crème Brûlée auf den Tisch – passender hätte ein Dessert kaum heißen können.
9. Café du Monde – Beignets gehören einfach dazu
Seit 1862 gehört das Café du Monde zu den bekanntesten Adressen in New Orleans. Direkt am French Quarter treffen sich Einheimische und Besucher, um genau das zu genießen, wofür das Traditionscafé berühmt ist: heiße Beignets und einen Café au Lait mit Chicorée-Kaffee.
Die rechteckigen Teigkissen werden frisch frittiert und verschwinden anschließend unter einer dicken Schicht Puderzucker. Außen leicht knusprig, innen herrlich luftig – süß, warm und einfach unglaublich lecker. Jede Portion besteht aus drei Beignets, die sich wunderbar teilen lassen.
Was uns besonders gefallen hat: Trotz des großen Andrangs herrscht eine entspannte Atmosphäre. Die Kellnerinnen und Kellner in ihren traditionellen weißen Uniformen gehören genauso zum Café wie die grün-weißen Markisen. Wer einen Platz auf der Terrasse ergattert, kann dabei wunderbar das bunte Treiben am Jackson Square beobachten.
10. Preservation Hall – eine Zeitreise in die Geburtsstunde des Jazz
Es gibt Orte, die sind mehr als eine Sehenswürdigkeit. Die Preservation Hall gehört definitiv dazu.
Schon beim Betreten fühlt es sich an, als hätte jemand eine Zeitmaschine gestartet. Mit einem Schritt scheint man plötzlich 60 oder 70 Jahre zurückzureisen – in die Zeit, als der Jazz in New Orleans noch jeden Abend genau so gespielt wurde. Der kleine Saal mit seinen alten Holzböden, den schlichten Stühlen und den historischen Bildern an den Wänden wirkt, als wäre hier seit den 1950er- oder 60er-Jahren kaum etwas verändert worden.
Dann kommen die Musiker.
Keine Mikrofone. Keine Lichtshow. Keine riesige Bühne. Keine Handys – während des Konzerts sind Fotos und Videos ausdrücklich verboten. Stattdessen sitzen die Musiker nur wenige Meter entfernt und füllen den Raum allein mit ihrer Musik. Trompete, Klarinette, Kontrabass und Schlagzeug verschmelzen zu genau dem Sound, der New Orleans weltberühmt gemacht hat.
Besonders schön fanden wir die persönliche Atmosphäre. Zwischen den Liedern unterhalten sich die Musiker mit dem Publikum und fragen, ob jemand etwas zu feiern hat. Ein Paar meldet sich – Hochzeitstag. Natürlich gibt es dafür ein ganz persönliches Ständchen aus dem riesigen Repertoire der Band. Plötzlich fühlt sich der Abend gar nicht mehr wie ein Konzert an, sondern wie ein privates Wohnzimmerkonzert unter Freunden.
Nach dem letzten Lied dürfen wieder Fotos gemacht werden. Paul nutzt die Gelegenheit sofort und macht noch ein Erinnerungsfoto mit dem sympathischen Frontmann der Band, der an diesem Abend sang und Trompete spielte – ein Moment, der ihm sicher lange in Erinnerung bleiben wird wie uns das Konzert selbst.
Wenn uns heute jemand fragt, was unser schönster Moment in New Orleans war, müssen wir keine Sekunde überlegen.
Es war genau dieser Abend in der Preservation Hall.
In Sachen Transparenz: Vielen Dank an Visit New Orleans für die Unterstützung und Planung unseres Aufenthalts (Werbung, da Pressereise). Wir stellen nur Erlebniss und Aktivitäten vor, die wir selbst getestet haben und die wir Familien empfehlen!





















