Behagliche Home Base zum Ausschwärmen
Im Naturdorf Oberkühnreit logieren Gäste in gemütlichen Chalets mit viel Privatsphäre oberhalb des Örtchens Neukirchen. Auf schneesichere Pisten geht es im nahen Skigebiet Wildkogel-Arena. Unsere Autorin Antoinette Schmelter-Kaiser hat diese stimmige Kombination im Salzburger Land mit ihrem Mann ausprobiert und genossen

Am Anreisetag müssen wir bis nachmittags arbeiten und wissen nicht, wann wir in München loskommen. Unser Eintreffen im Naturdorf Oberkühnreit lässt sich also nicht genau vorhersagen. Doch das ist gar kein Problem. Nach Ankunft sollen wir laut Vorab-Info per Mail als Garantie für „maximale Flexibilität“ vor der Rezeption auf einer Tafel nachschauen, welches Chalet für uns vorbereitet wurde. Dessen Eingangstür sei offen. Genauso unkompliziert wie angekündigt ist es dann auch vor Ort: Der Schlüssel steckt im Schloss unseres Naturdorfchalets Nr. 5, auf ein Herz aus Schiefer steht mit Kreide geschrieben „Familie Schmelter-Kaiser“. Drinnen empfängt uns auf dem Holztisch in der Stube ein „mit viel Liebe“ gebackener Guglhupf und eine handschriftliche Begrüßung: „Schön, dass ihr da seid. Fühlt Euch wie zuhause, genießt Eure Tage bei uns.“

Hüttencharme mit angenehmem Komfort
Das fällt in unserer gemütlichen Unterkunft nicht schwer: Außen komplett aus nachgedunkeltem und innen aus hellem Holz, hat sie urigen Hüttencharme genauso wie angenehmem Komfort: Im Erdgeschoss gibt es eine voll ausgestattete Küche samt Spülmaschine und im Anschluss einen Wohnbereich mit großer Essecke und breitem Daybed, in der Etage darüber zwei Familienzimmer mit Verbindungstür zum kuscheligen Kinderbereich und ein Bad. Als Heizung dient ein eigener Pelletofen, in dem es hinter einer Scheibe heimelig flackert und den mein Mann jeden Morgen eifrig mit Nachschub bestückt. On top sorgen rot-weiß karierte Kissen, Vorhänge und Fleckerlteppiche für zünftig-alpines Flair.
Wunderbarer Ausblick vom Balkon
Nach dem Aufwachen bietet sich vom Balkon aus ein wunderbarer Ausblick: Unten im Tal wabern zarte Nebelschwaden, hinter den schneebedeckten Berggipfeln darüber taucht gerade die Sonne auf, neben und unter uns verteilen sich neun weitere Chalets, drei Gebäude mit Appartements und das Haus der Gastgeberfamilie Ensmann-Heim am Hang. Auf unserer Terrasse steht ein „Bio deluxe“-Korb bereit, der so üppig bestückt ist, dass Wurst, Käse, Marmelade, Honig, Milch und Eier locker für weitere Frühstücke reichen. An der Rezeption ordern wir deshalb bei der „gute Fee“ Christine nur ein frisches Bauernbrot sowie Butter für den nächsten Morgen und geben Bescheid, dass wir gerne abends in die Sauna gehen würden.

Skigebiet mit 75 Pistenkilometern
Anschließend starten wir zum Skifahren. Mit dem Auto geht es in wenigen Minuten zur Talstation der Wildkogel-Arena in Neukirchen am Großvenediger, von dort aus weiter mit der Seilbahn zur Bergstation auf 2.091 Metern. Mit 75 präparierten Pistenkilometern erstreckt sich das Skigebiet zwischen Braun- und Wildkogel – überschaubar, aber mit überwiegend blauen und roten Pisten doch so weitläufig, dass sich Ski- und Snowboardfahrer locker verteilen. In der Funslope und im Familypark können sich alle mit der Lust auf Herausforderungen ausprobieren, auf der Skimovie-Strecke beim Gasthof Wolkenstein mit einer Videokamera filmen oder mit dem Speedcheck ihre Geschwindigkeit messen lassen. Besonders gut gefällt uns die abwechslungsreiche Pfeifferköpfl-Abfahrt 5a. Die wedeln wir immer wieder begeistert hinunter, bevor wir uns mittags auf der Wildkogel Alm mit einer deftigen Kaspressknödelsuppe stärken und danach weitere Pisten erkunden.
Aufwärmen in der Zirbensauna
Zurück im Naturdorf Oberkühnreit, ist es Zeit für unseren Besuch in der Zirbensauna, die in einem eigenen, kleinen Häuschen untergebracht und schon gut eingeheizt ist. So kommen wir schnell ins Schwitzen, tanken zum Abkühlen im Freien dampfend Frischluft und entspannen vor dem zweiten Saunagang im Vorraum, der mit 100 Prozent Holz und einer Eckbank Stuben-Ambiente hat, das Ganze ohne weitere Gäste allein zu zweit. Im Dunklen marschieren wir durch das winterliche Naturdorf zurück, vorbei an den erleuchteten Fenstern anderer Chalets. Deren Bewohnern begegnen wir nur gelegentlich auf dem Weg zum Parkplatz oder an der Rezeption. Ansonsten genießen die Gäste des Naturdorfs Oberkühnreit in dieser Jahreszeit offensichtlich die Privatsphäre ihrer Unterkünfte und gehen tagsüber ihrer eigenen Wege beim Skifahren, Rodeln auf einer 14 Kilometer langen Strecke, die von der Bergstation der Smaragdbahn hinunter nach Bramberg führt und täglich bis 22 Uhr beleuchtet ist, oder auf Wanderungen durch die Gebirgslandschaften des Naturparks Hohe Tauern.

Zauberhaftes Naturschauspiel
Mindestens eine davon wollen wir uns nicht entgehen lassen und steuern am Abreisetag nach dem Check-Out die Krimmler Wasserfälle an, die als Europas größte gelten. Ihr Naturschauspiel zieht pro Jahr rund 400.000 Besucher an. Das Gros kommt von Mitte April bis Ende Oktober, wenn die gesamte Fallhöhe von 380 Metern über drei Stufen auf einer vier Kilometer langen Strecke zugänglich ist. Aus Sicherheitsgründen gelangt man im Winter nur bis zum Fuß des Wasserfalls. Der Weg dorthin lohnt sich trotzdem. Denn auch bei frostigen Minustemperaturen stürzt der Gletscherbach tosend in die Tiefe, aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit überzuckern filigrane Raureif-Nadeln Gräser, Büsche und Bäume. Diese magische Stimmung begleitet uns auch entlang der Straße nach Mittersill. Dort biegen wir ab und kurven in Serpentinen Richtung Pass Thun.
Weltweit größtes Skigebiet mit einer Karte
In einer Kurve entdecken wir zufällig das Berghotel Breitmoos: einen traditionsreichen Familienbetrieb mit Panoramablick zu den Hohe Tauern. Auf der sonnigen Terrasse lassen wir uns frisch gebackenen Apfelstrudel zum Cappuccino schmecken und stellen fest, dass gleich nebenan die Mittelstation der Panoramabahn liegt. Mit der so genannten „Super Ski Card“ könnten wir sie genauso wie alle Pisten der Wildkogel Arena nutzen. Denn ab einer Dauer von zwei Tagen gilt dieser Skipass für „das weltweit größte Skigebiet mit einer Karte“, zu dem auch die Zillertal Arena, der Skigroßraum Kitzbühel und die Region Zell am See-Kaprun gehören. Diese tolle Auswahl wäre ein Grund mehr, bald wieder ins Naturdorf Oberkühnreit zu kommen und mit ihm als Home Base in verschiedene Skigebiete auszuschwärmen.

In Sachen Transparenz: Wir danken dem Naturdorf Oberkühnreit für die schöne Einladung zur Recherchereise und mk-Salzburg für die Unterstützung und Planung (Werbung, da Pressereise)! Wir stellen nur Hotels und Resorts vor, die wir selbst getestet haben und auch unseren Freunden empfehlen würden.











