10 Tipps von der Käsekönigin
Nachdem ich den berühmten Käsemarkt eröffnen durfte, war ich ohnehin schon ganz verzaubert – und habe weiter die Stadt erkundet: Alkmaar ist „Klein-Holland“ zum Verlieben – mit historischen Gassen, Grachten, Mühlen und natürlich Käse. Hier kommen meine Lieblings-Tipps: Stadtspaziergang, Kunst, Glasfenster-Highlight, Shopping & Cafés, nachhaltige Küche, Polder-Radtour, Mühlenbesuch und Bootsfahrt.
Den berühmten Käsemarkt in Alkmaar müsst ihr erlebt haben: Glocke, Gilde, Gouda – Tradition zum Anfassen. Ich durfte den Kaasmarkt eröffnen: die Käseglocke läuten, Käse bohren und verkosten – und auf der Käsesänfte eine Ehrenrunde drehen. Fotoshootings und TV-Interviews inklusive. Meinen Queen-Moment lest ihr hier: Käseglockenläuterin Alkmaar.
Danach habe ich mich im süßen Städtchen umgesehen und die besten Adressen gesammelt – hier sind meine 10 Favoriten zum Nachmachen.
1. Stadtführung in Alkmaar – Geschichte zum Anfassen
Am besten startet ihr euren Besuch mit einer Stadtführung – Alkmaar lässt sich zu Fuß wunderbar entdecken. Zwischen Grachten, schmalen Gassen und prachtvollen Fassaden erzählt die Altstadt an jeder Ecke Geschichten: vom Heilige-Geist-Posthaus (15./16. Jh.), in dem Reisende übernachten konnten und Kranke versorgt wurden, über die Waag bis zum heutigen Käsemuseum. Spannend ist auch Alkmaars „Wasser-DNA“: Die Stadt liegt auf einem Sandrücken, das Trinkwasser wird über Leitungen vom IJsselmeer in die Dünen geleitet, dort versickert und natürlich gefiltert – daher die top Qualität. Dazu pfeift oft ein frisches Lüftchen: Durch Kanäle und Wasserläufe ist es hier gern ein paar Grad kühler als im Umland.
Ein Must-see sind die Mühlen – allen voran die Molen van Piet. Ihre Flügel werden regelmäßig bewegt (gut gegen Holzwürmchen) und könnten im Ernstfall sogar wieder bei Hochwasser helfen – ganz ohne Strom. Kulturfans freuen sich über die wiedereröffnete Synagoge und einen kleinen Fun Fact: In Alkmaar erinnert eine Bronzestatue von Rudi Carrell am Canadaplein an den beliebten Entertainer, der hier seine Karriere begann.
2. Stedelijk Museum Alkmaar – Kunst & Stadtgeschichte an einem Ort
Im Stedelijk Museum Alkmaar erlebt ihr Alkmaars Geschichte – vom Motto „Van Alkmaar de victorie“ bis heute – und starke Kunstseiten: Alte Meister treffen hier auf die „Bergen School“ (Moderne um 1900–1955). Die neue Dauerschau „All Alkmaar“ erzählt die Stadt in Geschichten; parallel zeigen die Räume Highlights der Bergen School.
Besonders schön:
Geführte Touren: Für Gruppen buchbar, ca. 60 Min., bis 15 Personen, €80 (zzgl. Eintritt). Es gibt Führungen zu Dauer- und Wechselausstellungen. Anfrage per Mail an das Museum. Museumscafé mit Terrasse zum Platz: perfekte Pause mit Blick auf die Grote Kerk.
3. Het Grote Raam – „Licht der Freiheit“ in Alkmaar
In der über 500 Jahre alten Grote Sint-Laurenskerk leuchtet seit Oktober 2023 ein neues Highlight: das 23 m hohe und 6 m breite Glasfenster „Het Grote Raam“. Es füllt eines der beiden höchsten Kirchenfenster des europäischen Festlands und taucht den Kirchenraum – je nach Sonne – in ständig wechselnde Farben. Die Künstlerin Fiona Tan ließ sich von einem Kaleidoskop aus Reims-Glasscherben inspirieren; die Farbfolge zitiert den niederländischen Sonnenaufgang: unten warme Gelb-/Orangetöne, nach oben kühlere Blau-/Violetttöne. Perfekter Moment: wenn die Sonne durchs Südquerhaus fällt – dann tanzen die Reflexe auf Boden und Wänden.
4. Shoppen in Alkmaar – kompakt, hübsch & 7 Tage offen
Alkmaars City ist klein, charmant und perfekt zum Bummeln: große Ketten in Langestraat & De Laat, dazu viele individuelle Läden in den Gassen der Oude Stad. Praktisch: Do = Koopavond (längere Öffnungszeiten), So meist 12–17 Uhr – viele Geschäfte sind 7 Tage die Woche geöffnet.
Vintage & Besonderes
Lust auf Secondhand-Schätze? Die offizielle Vintage-Route führt u. a. zu ReShare Store, Vintage No.5 und Soulstore Hand-Picked – alles fußläufig.
Ganz zauberhaft
Bloembinderij Wim van Assem (Fnidsen 66): spektakuläre Sträuße plus eine große Auswahl an Töpfen & Vasen – in einem wunderschönen, historischen Laden in der Oude Stad.
5. Café-Tipp: Sweets & Antiques – Märchenstopp in der Oude Stad
Zwischen Vintage-Shops und kleinen Boutiquen liegt dieses zauberhafte Café wie eine Zeitreise: Holzvertäfelung, alte Email-Schilder, Bonbongläser – und vorne eine „Snoepwinkel“ mit Pralinen & Trüffeln. Auf der Karte: hausgemachte Torten, frische Waffeln, Poffertjes und eine liebevoll angerichtete High Tea (vorab reservieren; ca. €29,50 p. P.). Perfekt als Shopping-Pause – ich habe dort himmlische Waffeln gegessen und dazu einen feinen „Champagner-Tea“ genossen.
6. SOEPP – Bio, vegetarisch & Vintage-Schatzkiste
Hin & weg! SOEPP ist Café, Restaurant und Vintage-Shop in einem – alles, was du siehst, kannst du kaufen, sogar die SOEPP-Vintage-Kleider. Innen ein liebevolles 70er/80er-Revival: bunte Teller (teils mit Goldrand), gemütliche Ecken, Illustrationen von Sarah Kay an den Wänden – eine kleine Reise zurück in die Kindheit. Kulinarisch gibt’s 100 % vegetarische, biologische Küche mit viel Herz und Ideen: wir starten mit einer cremigen Käsesuppe, probieren gefüllte Paprika mit Seitan, Auberginen-Curry, bunten Salat und ein würziges Erdnuss-Stew – alles superlecker. Extra-Plus: der herzliche Service, Anneleen verzaubert im Outfit passend zum Interieur.
7. Neder, Alkmaar – köstliche Nachhaltigkeit mit grünem Stern
Im Neder erzählt Chef Brian Luikel – ehemals Filmemacher, heute autodidaktischer Koch – die Geschichte der Niederlande auf dem Teller. Ausschließlich Zutaten aus Holland, vieles aus dem eigenen Permakultur-Garten oder wild gesammelt. Auf den Grill und in den Topf kommen neben Gemüse nur Wildtiere wie Reh, Gans oder Fisch – und spannende Entdeckungen wie der Pilz Schwefelporling („Hähnchen des Waldes“). Was übrig bleibt, wird fermentiert – bis hin zur hausgemachten Fischsauce. Großartig: im Ofen weich gegarter Knoblauch, direkt aufs selbst gebackene Brot gedrückt, dazu Sauerampfer-Buttermilch-Butter …einfach lecker!
8. Radtour ab De Rijp – „Land van Leeghwater“ mit Kuhhotel-Stopp & süßem Finale
Auf dieser geführten Radtour ab De Rijp entdecken wir den wunderschönen Vorgarten Alkmaars, das „Land van Leeghwater“. Auf kleinstem Raum findet man hier genau das, was die typisch holländische Landschaft ausmacht: großräumige Poldergebiete mit malerischen Wasserläufen, imposante Windmühlen und idyllische Dörfer.
Start in De Rijp: Das ehemalige Insel-Fischerörtchen zwischen Beemster- und Schermerpoldern war einst für Hering und später Walfang bekannt – heute glänzt es mit historischen Gassen und Zugbrücken.
Route & Stopp 1 – Het Koehotel (Zuidschermer): Von De Rijp über Felder Richtung West-Graftdijk, dann an der Laanweg rechts zum Het Koehotel (Laanweg 9). Familienbetrieb, klimaneutrale Milchviehwirtschaft.
Zwischenstopp mit Augenzwinkern: Het „Kuhhotel“
Wie kommt man auf so einen Namen? Ganz einfach: Die Damen checken selbst ein. Wenn ihnen nach Service ist, trotten sie aus der Wiese von allein in den Stall, gehen zum Melkroboter, gönnen sich am Futter-Buffet eine Stärkung – und checken wieder aus zurück auf die Weide. Kurz: Stall = Lobby & Spa, Wiese = Suite mit Ausblick. Für Besucher spannend anzusehen, für Kinder ein Highlight – und im Hofladen gibt’s Käse & Co. zum Mitnehmen.
Süßes Finale: Bram & Aagie – der kleinste Bonbonladen Hollands
In Graft wartet ein winziges Wunder (nur ein paar Quadratmeter groß) voller Nostalgie. Beim Öffnen der Tür klingelt die kleine Glocke, Karamell- & Vanilleduft liegt in der Luft, und hinterm Tresen stapeln sich Gläser mit Bonbons „wie früher“. Hier kauft man Handvoll-Glück im Papiertütchen: Stroopsoldaatjes, Fruchtkissen, Lakritz… Man probiert, lacht, erzählt – und trägt mit klebrigen Fingern und großem Grinsen die süße Beute wieder raus. Falls geschlossen: Draußen hängt ein Süßigkeiten-Automat für die Notfall-Ration.
9. Ambachtsmolen in Oudorp – Windmühlen-Wow zum Anfassen
„Wow, was für eine Mühle!“ – genau das ist der erste Gedanke beim Anblick der stattlichen Windmühle. In der Ambachtsmolen von 1632 (achtkantiger Grondzeiler/Bodensegler) dürft ihr – nach Absprache – mit Han & Kelly Kuijper ins Innere schauen: steile Treppen, mächtige Zahnräder, balkenstarker Dachstuhl – fast wie ein kleines Museum voller Fundstücke aus der Region und Erinnerungen an die Zeit, als die Mühle noch Wasser aus dem Umland pumpte. Heute ist sie Wohnhaus, liebevoll restauriert, und wird bei privaten Führungen mit viel Herz erklärt.
Warum hingehen?
Weil ihr hier keine Museumsvitrine, sondern gelebte Mühlengeschichte erlebt: Han und Kelly führen – nach Absprache – persönlich durch ihr denkmalgeschütztes Zuhause. Beim Aufstieg über die steilen Stiegen versteht man Schritt für Schritt, wie die Mühle einst das Umland entwässerte: mächtige Zahnräder, Balken, Wellen – dazu Geschichten und Fundstücke aus der Region. Seit 1941 nicht mehr in Betrieb, hat Han vieles liebevoll restauriert und originalgetreu nachgebaut, sodass die Technik wieder begreifbar wird.
10. Zu guter Letzt: Bootsfahrt – Alkmaar vom Wasser aus
Unser finales Highlight in Alkmaar startet bei der Ambachtsmolen: Vor der alten Mühle liegen alte, nostalgische Boote im Wasser – wir steigen an Bord. Kapitän ist Mühlenbesitzer Han Kuijper persönlich, der uns schon mit einem Lächeln begrüßt. Gefahren wird in einem flachbodigen „Kohlkahn“ aus den 1930ern, einst zum Einsammeln der Weißkohl-Ernte gebaut. Der Rumpf ist so flach, dass wir unter Alkmaars sehr niedrigen Brücken hindurchpassen – manchmal heißt es Köpfe einziehen, und wenn der Wasserstand hoch ist, sogar kurz auf der Bank lang machen.
Kaum lösen sich die Leinen, setzt der Entspannungsmodus ein: Sonne im Gesicht, warmer Tee in der Hand, das leise Schmatzen des Wassers am Holz. Erst gleiten wir an Windmühlen, Hausbooten und kleinen Deichen vorbei, auf denen Radfahrer winken; Wasservögel begleiten uns ein Stück. Dann verzweigt sich das Wasser in die Grachten der Altstadt – und mit jedem Bogen sehen wir Alkmaar anders: erst dieses „kenn ich noch nicht“, gleich darauf „stimmt, da sind wir mit dem Rad lang“. Die Kamera? Kommt kaum zur Ruhe.
In Sachen Transparenz: Vielen Dank an Visit Alkmaar für die Unterstützung und Planung unseres Aufenthalts (Werbung, da Pressereise). Wir stellen nur Erlebniss und Aktivitäten vor, die wir selbst getestet haben und die wir Familien empfehlen!























