Wir fahren nach Texel!
Texel ist einfach ein Traumziel für Familien: endlose Strände, frische Nordseeluft und jede Menge Abenteuer warten hier auf kleine und große Entdecker. Unsere neue Autorin Saskia war mit ihrer Familie auf der niederländischen Insel unterwegs und hat dabei die besten Tipps gesammelt: Was kann man mit Kindern auf Texel machen, wenn die Sonne scheint? Und was, wenn es regnet? Keine Sorge, Texel ist bei jedem Wetter ein Volltreffer!
“Ach, ihr fahrt nach Texas?”
“Nein, T-E-X-E-L. Eine holländische Insel.”
Diese Unterhaltung habe ich vor unseren Ferien ein paarmal geführt. Und jedes Mal wurde mir wieder bewusst, dass ich nicht mehr in NRW lebe, sondern in München. Der Bayer an sich fährt halt lieber ans Mittelmeer, wenn er Strandurlaub will.
“Nordsee, ist es denn da so richtig warm?” “Nö”, lautet die Antwort, wenn es um die Außentemperatur geht. “Ja”, wenn ich den Zustand rund ums Herz beschreiben soll.
Aber weil es an der Küste eben keine Schönwettergarantie gibt, ist Texel so ein tolles Nordseeziel. Hier kann man nämlich nicht nur bei Sonnenschein am breiten Strand spielen, sondern es gibt auch einiges bei Regen zu tun.
Hier kommen die zehn besten Tipps für Texel mit Kindern – für gutes und für schlechtes Wetter.
1. Strand genießen
Baden, Muscheln sammeln, im Sand spielen, Drachen steigen lassen … Klar, als Allererstes wollen wir an den Strand. Und da hat man auf Texel wirklich reichlich Auswahl. Die Insel ist insgesamt von etwa 30 Kilometern durchgehendem Sandstrand gesäumt. Der ist an den meisten Stellen richtig breit, und die Dünenlandschaft bietet eine einmalig schöne Nordseekulisse.
Der lebhafte Abschnitt beim Badeort De Koog im Westen von Texel ist super familienfreundlich. Hier gibt es viele Strandbars, in denen man Pommes essen kann. Und wenn man noch mehr Snacks braucht, kann der Papa auch mal kurz in den Ortskern radeln und etwas im Supermarkt einkaufen.
Wer es ruhiger mag, lässt sich bei Den Hoorn im Südwesten nieder. Das Wasser ist besonders flach und ruhig – also ideale Planschvoraussetzungen für kleine Kinder.
Plant man mit älteren Kids eine Wanderung, bieten sich die riesigen, menschenleeren Strände von De Hors (Südspitze) oder De Cocksdorp (ganz im Inselnorden) an.
Supersüß: An vielen Strandabschnitten kann man kleine Hütten mieten. Darin kann man sich nicht nur umziehen und seine Sachen lagern, sondern bekommt sie oft auch im Paket mit Liegestühlen und Sonnenschirm. Quasi die niederländische Version des deutschen Strandkorbs.
2. Eis essen
Klar, Eis gibt es hier an jeder Straßenecke. Ein besonderes Erlebnis ist aber der Ausflug zur „IJsboerderij Labora“ in De Cocksdorp. Dieser Bauernhof hat eine eigene Eisdiele mit 16 leckeren Sorten. Das süße Glück ist ganz besonders cremig, und viele Zutaten, wie zum Beispiel die Erdbeeren, kommen direkt von der Insel. Spannend: Nachdem man aufgegessen hat, kann man die Kühe im Stall besuchen und zuschauen, wie sie in die Melkmaschine stapfen. Da verstehen auch die Stadtkinder, woher die Milch im süßen Eistraum eigentlich stammt. Danach geht es selbstverständlich noch auf den großen Spielplatz mit Tiergehegen und großem Luftkissen-Trampolin.
3. Den Leuchtturm besteigen
Höher und immer höher klettern wir die steile Metalltreppe im Leuchtturm hinauf. Insgesamt 118 Stufen sind es, unser Sohn hat sie laut mitgezählt. Von der Aussichtsplattform aus hat man eine atemberaubende Aussicht über das Wattenmeer, die Dünen und manchmal sieht man sogar ein paar Robben. Außerdem kann man einen Blick auf den alten Arbeitsplatz des Leuchtturmwärters werfen. Unser Fünfjähriger fand es so cool, dass er gleich anheuern wollte.
Weil die Treppe wirklich recht steil ist, würde ich Besuche erst mit Kindern ab vier Jahre empfehlen. Und Tickets unbedingt vorher online kaufen, der Zugang ist begrenzt.
Info: www.vuurtorentexel.nl
4. Krebse fischen
Im kleinen Hafen von Oudeschild hocken die Kinder am Hafenbecken, ausgerüstet mit Schnüren, an deren Enden kleine Netze mit Speck hängen. Und schwupps, schon hat eine neugierige Strandkrabbe angebissen, die aus dem Wasser geangelt wird. Jeder Fang wird bejubelt und danach werden die Tiere natürlich wieder vorsichtig ins Wasser gelotst.
Das Equipment gibt´s günstig in den Souvenirshops am Hafen.
5. Kibbeling essen
Seelachsstücke, die in einem knusprigen Teig ausgebacken werden. Serviert werden sie mit Knoblauchsauce oder Remoulade. Am besten hat es uns in der Fischbude „Veronica“ im Hafen von Oudeschild geschmeckt. Dort war nicht nur der Fisch ein Gedicht, man hatte auch noch einen super Blick auf die anlegenden Kutter.
6. Über Strandgut staunen
Wir haben gelernt, dass es auf Texel tatsächlich zum Kulturgut gehört, spannendes Strandgut zu sammeln. Und ein guter Teil davon landet im kuriosen Museum „Flora“. Hier findet man Rettungsringe, angespülte Alltagsgegenstände und sogar ganze Schiffsteile, die in den letzten 80 Jahren auf Texel angespült wurden. Für Kinder wird eine kurzweilige Schnitzeljagd angeboten, sie hält die jungen Besucher stundenlang bei der Stange. Außerdem lockt ein Abenteuerspielplatz mit Seilbahn, Klettergerüsten und viel Platz zum Toben.
Info: www.juttersflora.nl
7. Pfannkuchen schlemmen
Der Gasthof „Catharinahoeve“ ist ein echtes Familienrestaurant. Auf der Karte finden wir Pfannkuchen in wirklich allen erdenklichen Variationen. Bei Kindern steht zum Beispiel der Pfannkuchen mit Erdbeeren hoch im Kurs. Die Großen bestellen sich ein herzhaftes Exemplar in Texel-Form. Allerdings muss man die Kinder nachdrücklich zum Essen rufen, wenn die Speisen zum Tisch kommen. Die Kids sind nämlich inzwischen schon längst auf den Spielplätzen verschwunden. Entweder klettern sie draußen (super: man kann sie vom Tisch aus im Auge behalten) oder sie sind auf dem Indoor-Spielplatz auf dem Dachboden unterwegs.
8. Seehunde besuchen
Die Auffangstation „Ecomare“ steht ganz oben auf unserer To-Do-Liste. Hier werden verletzte Tiere wieder aufgepäppelt und täglich finden Fütterungen statt. In den Aquarien tummeln sich Nordseefische, Krebse und Quallen. Und der Raum mit den Walskeletten ist auch zum Staunen. In der interaktiven Ausstellung lernen die Kids außerdem jede Menge über Ebbe und Flut und wieso Plastik so gefährlich für die Tiere ist. Wir verbringen mehrere Stunden hier!
Info: www.ecomare.nl
9. Geschichte erleben
Ein Museum zur Schifffahrtsgeschichte, ob das wirklich schon was für einen Fünfjährigen ist? Ist es! Und für seine Eltern auch. Das „Museum Kaap Skil“ in Oudeschild ist ein Knaller. In einer großen Anlage mit beeindruckenden Licht- und Soundeffekten wird das Inselleben um das Jahr 1660 lebendig. Wir schauen dort durch kleine Ferngläser den Menschen bei ihrem Leben zu und hören aus ihrem Mund, was sie gerade beschäftigt.
Im nächsten Bereich werden spektakuläre Fundstücke aus einem jahrhundertealten Schiffswrack gezeigt, zum Beispiel ein nahezu unversehrtes Seidenkleid, ein vergoldeter Prunkbecher oder eine prachtvolle Toilettengarnitur. Das Ganze ist in dem halbdunklen Raum so stimmungsvoll in Szene gesetzt, dass man das Gefühl hat, über den dunklen Meeresboden zu schreiten und automatisch beginnt zu wispern.
Draußen gibt es dann noch ein Freilichtmuseum mit authentischem alten Fischerdorf. Man kann sogar in eine Windmühle steigen.
Info: www.kaapskil.nl
10. Wandern gehen
Im Naturschutzgebiet De Slufter streifen wir auf schmalen Pfaden durch Salzwiesen. Die Ebene ist direkt mit der Nordsee verbunden und so hat sich eine einzigartige Vegetation gebildet. Im Sommer färben der blühende Strandflieder und Lavendel die Landschaft lila. Die Kinder springen über kleine Wasserläufe, beobachten die vielen Vögel oder folgen mysteriösen Spuren im Sand. Wer möchte, kann das Gebiet durchqueren, bis zur Nordsee läuft man etwa drei Kilometer.






















