Authentizität, Regionalität, Nachhaltigkeit & Ruhe
Aktive Landwirtschaft, kleine Strukturen, hofeigene Produkte, präsente Gastgeber: Mit diesen Charakteristika punkten Südtiroler Mitgliedsbetriebe von Roter Hahn, die vor allem bei Familien sehr beliebt sind. Nadine Messner aus der Marketing-Abteilung erklärt, warum das so ist.
1. Der Zusammenschluss Roter Hahn hat über 1600 unterschiedliche Mitgliedsbetriebe. Gibt es einen gemeinsamen roten Faden?
Wir sind überall in Südtirol verteilt, die Bandbreite reicht von einfachen Bauernhöfen bis zu edleren Ansitzen. Vier Kernpunkte treffen aber für alle zu: Es muss eine aktive Landwirtschaft geben, die die Hauptbeschäftigung der Gastgeber ist. Außerdem muss es sich um kleine Strukturen mit maximal fünf Ferienwohnungen oder acht Zimmern handeln, mindestens ein hofeigenes Produkt ganzjährig angeboten werden und eine persönliche Betreuung durch Gastgeber sichergestellt sein. In der Kategorie mit vier Blumen kommen weitere Kriterien wie eine eigene Verkaufsecke oder ein Hofladen, Frühstücksangebote und ein Familienmitglied hinzu, das sich ganztägig um Gäste kümmert. Bei fünf Blumen sind noch mehr hofeigene Produkte erforderlich, die Ausstattung aller Schlafzimmer mit Holzböden und wöchentliche Angebote an Aktivitäten.
2. Welche Hürden müssen neue Mitgliedsbetriebe nehmen, wird ihr Angebot regelmäßig überprüft?
Neue Mitgliedsbetriebe kommen in der Regel selbst auf uns zu, weil wir als Dienstleistungsunternehmen viele Vorteile wie die Präsenz auf einen Reichweiten-starken Plattform oder aktive Hilfe von rechtlichen bis zu marketingtechnischen Fragen bieten und immer telefonisch erreichbar sind. Antragsteller müssen Mitglied beim Südtiroler Bauernbund sein, eine Reihe an relevanten Informationen liefern, die in unsere Datenbank eingetragen werden, und einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Die Qualitätskontrolle und Einstufung übernimmt das Amt für ländliches Bauwesen.
3. Welche Gästegruppen buchen besonders gerne bei Roter Hahn?
Das kommt auf die Betriebe an, die unterschiedliche Zielgruppen haben. Es gibt Höfe speziell für Erwachsene, Wanderer oder Vitalurlauber mit Anwendungen vom Heu- oder Wollbad bis zu Massagen. Andere sind barrierefrei oder bauen Wein an, den Gäste vor Ort verkosten können.
4. Welche Rolle spielen Familien als Zielgruppe für Roter Hahn?
Familien sind die größte Zielgruppe – nicht nur Eltern mit Kindern, sondern auch mehrere Generationen vom (Ur-)Enkel bis zur Oma.
5. Was wird für Familien auf Roter Hahn-Bauernhöfen geboten und was besonders stark nachgefragt?
Besonders beliebt bei Familien sind Ferienwohnungen, weil diese viel Platz und oft mehrere Schlafzimmer haben. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, nicht so weit entfernt vom Alltag zu sein und fast wie zuhause zu leben, nur in anderer Umgebung. Viehhaltung ist ein weiteres Auswahlkriterium, weil Kinder es lieben, Landwirtschaft aktiv zu erleben. Für ihre „Stallzeit“ gibt es häufig Gummistiefel oder Overalls in mehreren Größen. Außerdem wissen Familien es zu schätzen, dass viele Höfe allein am Waldrand oder in der Natur liegen, Kinder also mit viel Freiheit draußen sein können.
6. Werden Traditionen bei Roter Hahn bewahrt und gepflegt?
Bei uns tragen Bauernfamilien Traditionen noch bewusst weiter; an den Feiertagen befolgen sie alte Rituale – egal ob an Ostern oder Weihnachten. Das gibt Gästen ein Gefühl von Ursprünglichkeit und Authentizität.
7. Hat es trotzdem auch Veränderungen gegeben?
Unsere Höfe gehen mit der Zeit; manche sind sehr innovativ und bieten zum Beispiel E-Ladestationen an. Speziell im Wintertourismus sind die Gäste anspruchsvoller und haben höhere Erwartungen an Einrichtung oder Ausstattung wie eine Sauna. Generell raten wir unseren Mitgliedern aber dazu, nicht auf Trends zu bauen, sondern mit hochwertigen Materialien so zeitlos wie möglich zu bleiben.
8. Wie wichtig ist Gästen der persönliche Kontakt zu den Gastgebern?
Unsere Gäste legen viel Wert darauf, dass Gastgeber präsent sind, um Tipps zu geben oder Wissen das Leben auf dem Bauernhof vermitteln. Ist das zum Beispiel bei hohem Arbeitsaufkommen während der Apfelernte mal nicht möglich, kommen auch mal Beschwerden.
9. Zählt bei Buchungen primär Urlaub auf dem Bauernhof oder der Standort Südtirol?
Unsere Stammgäste wollen ihre Ferien bewusst auf einem Hof verbringen, viele bleiben einem bestimmten treu. Aber auch die Umgebung spielt eine große Rolle, weil man in Südtirol unglaublich viel erleben kann.
10. Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten für Roter Hahn-Betriebe?
Urlaub auf dem Bauernhof steht für Authentizität, Regionalität, Nachhaltigkeit und Ruhe – lauter Themen, die gerade sehr wichtig sind. Dazu kommt, dass unsere Qualitätsprüfung eine hohe Glaubwürdigkeit bewirkt. Insofern sind unsere Zukunftsaussichten sehr positiv.















