Auszeit an der Donau
Zwischen Familienalltag, Terminen und To-do-Listen brauchen Mamas manchmal eine kurze Auszeit. Am besten mit viel Natur, gutem Essen und ein bisschen sanfter Bewegung. Da Genuss in Österreich immer ganz oben steht (und Natur sowieso), ist unsere Autorin Nadine Sorgenfrei für drei Tage dorthin gefahren. Dieses Mal aber nicht in die Berge, sondern ans Wasser: Die Donau lockt!

Die oberösterreichische Donauregion ist unglaublich schön: sanfte Flusslandschaften, historische Orte, herzliche Gastfreundschaft und der perfekte Platz, um ohne große Anstrengung viel zu sehen: mit dem E-Bike entlang des Donauufers (mit vielen Gelegenheiten zum Schmausen und Staunen!) und bei einer Wanderung durch moosige Wälder. In nur wenigen Tagen konnte ich entschleunigen, genießen, meinen Körper wieder mehr spüren – und glücklich und zufrieden mit mir und der Welt an diesem schönen Flecken Erde sein.
Ankommen an einem Naturwunder
Das Hotel Riverresort Donauschlinge liegt tatsächlich genau da: an der Donau, kurz vor der Schlögener Schlinge. Dieses Naturphänomen – die 180-Grad-Wendung des mächtigen Flusses – entstand durch den harten Granitfelsen. Das Wasser war mit all seiner Kraft nicht in der Lage, sich einen Weg durch den harten Stein zu bahnen. Also ist es einfach wieder umgedreht und hat dabei eine der spektakulärsten Flussschleifen Europas gebildet. Von meinem Hotelzimmer blicke ich direkt auf das Wasser, ebenso vom Restaurant und der herrlichen Sonnenterrasse. Wie sagen die Immobilienmakler immer? Lage, Lage, Lage … Die hat das Riverresort Donauschlinge auf jeden Fall.
Die erste kleine Wanderung geht zur Aussichtsplattform Schlögener Donaublick. Etwa 20 Minuten spaziere ich den sanft ansteigenden Waldweg hinauf und werde mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt: Die Donau schlängelt sich wie gemalt durchs Tal, eingerahmt von bewaldeten Hügeln. Kein Wunder, dass dieser Ort zu den schönsten Panoramaplätzen der Region zählt. Perfekt, um einfach ein Weilchen sitzen zu bleiben und den Blick schweifen zu lassen.
Sorgenfrei-Tipp: Wer frühmorgens oder abends kommt, erlebt, wie die Donau in goldenes Licht getaucht wird.

Most? Muss!
Nach so viel Naturgenuss geht es kulinarisch weiter – und zwar typisch oberösterreichisch. Mit einer kleinen Donaufähre setze ich mit meinen Presse-Kollegen über und wir besuchen den Mostsommelier Erich Aumüller. Er zeigt uns seinen Familienbetrieb und lässt uns natürlich seine prickelnden Kreationen aus Apfel und Birne probieren. Begleitet wird die Mostprobe von Wildwurst und Mostbrötchen – aus eigener Jagd, beziehungsweise Backstube. Für Kinder (und 0-Promille-Genießer wie mich) stehen köstliche Säfte bereit. Ich finde, jeder, der an die Donau reist, sollte sich ein Stündchen Zeit nehmen und den Erich besuchen! Ein Erlebnis mit Genuss, Regionalität und Gastfreundschaft.
Rad & Römer
Am zweiten Tag steht die Donaulimes-Welterbe-Runde auf dem Programm – und sie ist mehr als nur eine schöne Radtour. Hier liegen Natur, Geschichte und Genuss nebeneinander. Und das ganz bequem auf dem E-Bike, was man direkt am Hotel ausleihen kann. Start ist direkt am Riverresort, dann geht’s los – flussaufwärts am Südufer entlang. Der Weg führt durch sattgrüne Landschaft, immer neben der Donau. Die Strecke ist leicht zu fahren und perfekt für alle, die Bewegung und Landschaft genießen wollen, ohne sportlichen Druck.
Zeitreise inklusive
Der erste Stopp ist der Römerpark Schlögen. Hier trifft Antike auf Moderne, denn durch die Überreste eines Römischen Bades führt virtuell und charmant Severinus von Noricum – ein digitaler Reiseleiter, den man einfach per QR-Code direkt auf das Handy bekommt. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir den Römerburgus Oberranna, ein gut erhaltenes römisches Kastell. Wer denkt, Römerkultur sei staubtrocken, wird überrascht – und vielleicht ein bisschen ehrfürchtig. Beide Stätten haben die Auszeichnung UNESCO-Welterbe erhalten. Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, in Österreich an der Donau auf Römer zu treffen. Umso mehr freue ich mich, diese geschichtsträchtigen Stätten so unkompliziert (und kostenlos) besuchen zu können.
Kunst & Kloster
Weiter geht’s nach Engelhartszell. Absolut malerisch ist die Anfahrt mit dem Rad am blühenden Mohnfeld vorbei. Scheinbar endlos wiegen die pinkfarbenen Blüten sich vor der Silhouette der Stiftskirche sanft hin und her. Ein Traum! Das Stift Engelszell ist das einzige Trappistenkloster Österreichs. Die Gründung war bereits 1293 und von 1754 bis 1764 wurde die beeindruckende Kirche im Rokoko-Stil erbaut. Soviel Prunk und Pracht sehe ich als Protestantin selten, umso mehr bin ich vom Stuck und Gold beeindruckt. Die Decke des Kirchenschiff-Langhauses wurde übrigens nach einem Bauschaden ca. 1957 mit einem Gemälde von Prof. Fritz Fröhlich zeitgemäß gestaltet – erst, wenn man es weiß, fällt der ähnliche, aber doch eigene Stil der 50er Jahre auf. Richtig nett sitzen kann man im Innenhof des Stifts, und wer mag, kostet neben Kaffee, Kuchen und kleinen Leckereien auch selbstgebrautes Bier und Schnäpse.

Dann besuchen wir ein echtes Kunstjuwel: Das Schütz Art Museum ist privat geführt. Auf den ersten Blick beeindruckt die moderne, minimalistische Architektur, die mich sehr an skandinavische Museen erinnert. Dazu ist das Gebäude ein hochmoderner Zero-Energy-Bau, es produziert mit modernster Technik also genauso viel Energie, wie es verbraucht. Im Zentrum der Sammlung steht Bildende Kunst der Klassischen Moderne aus Österreich, umrahmt von weiteren Werken aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Absolut beeindruckt bin ich von dem Projekt „Artists in Residence“. Inhaber Josef Schütz lädt regelmäßig talentierte Künstler aus der ganzen Welt nach Engelhartzell ein. Im Museum gibt es Wohn- und Arbeitsräume für die Künstler. Sie finden hier Bedingungen vor, die ihnen ein ungestörtes Entfalten ihrer Arbeit ermöglichen. Etwas, das aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen in der Heimat der Künstler nicht immer möglich ist. Die Werke werden direkt im Schütz Art Museum ausgestellt, was eine inspirierende, globale Mischung ergibt. So reihen sich beispielsweise afrikanische Bilder und Skulpturen neben chinesischen und österreichischen Kunstwerken ein.
Sorgenfrei-Tipp: Einen Besuch im Museums-Café – eingerichtet im Stil der Wiener Kaffeehaus-Kultur – sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

Von der Kunst zum Handwerk – bitte einmal über setzen
Nach so viel Kultur wird’s wieder handfester: Mit einer Zille, dem traditionellen Donauboot, setzen wir ans Nordufer über und besuchen den Zillenbauer Witti. In der Werkstatt werden die Boote von Hand gebaut – große und kleine, schlichte und welche mit extravaganter Ausstattung. Es riecht herrlich nach Holz! Leider entlädt sich ein kräftiger Regenguss über uns, als wir die Zillen auf der Donau ausprobieren wollten. Aber wer schöneres Wetter erwischt, kann sich eine mieten und selbst als Zillenkapitän die Donau genießen. Eine Motorzille mit 5 PS sowie die Zille mit E-Motor darf übrigens jede Person über 16 Jahren lenken, ein Bootsführerschein ist dafür nicht notwendig.
Grill, Chill & Livemusik
Nach dem wunderschönen Tag an der Donau erwartet uns am Abend auf der Hotelterrasse ein chilliger Grillabend mit Livemusik und erfrischenden Cocktails. Die Sonne versinkt zwischen den Hügeln fast in der Donau und ich genieße einfach nur dieses wunderschöne Fleckchen Erde.
Sorgenfrei-Tipp: Das Restaurant ist auch für Nicht-Hotel-Gäste geöffnet.

Wandern, Weitblick & die Kraft des Wassers
Am nächsten Morgen verlassen wir das Donauufer und besuchen Bad Kreuzen, einen
kleinen Ort, der auf einem Plateau über der Donau liegt. Seit Mai 2025 darf sich Bad Kreuzen ganz offiziell „das erste zertifizierte Wanderdorf Oberösterreichs“ nennen. Das macht ein Wanderdorf aus:
– gut ausgeschilderte und gepflegte Wege
– wanderfreundliche Unterkünfte
– geschulte Wander-Guides
– regionale Kulinarik
– sanfter Tourismus mit Naturbezug
Bad Kreuzen erfüllt all diese Kriterien mit Herzblut – und die Herzklopfen-Runde, auf die wir uns vom Hotel Schatz.Kammer Burg Kreuzen aus begeben, macht ihrem Namen alle Ehre. Die Route verbindet auf etwa zehn Kilometern die schönsten Wege rund um Bad Kreuzen – still, grün, moosig und irgendwie heilsam. Schon auf den ersten paar Metern im Wald werden wir alle ein wenig ruhiger. Das Licht wird weich, die Luft duftet nach Fichtennadeln und feuchtem Boden. Immer wieder durchbrechen kleine Sonnenstrahlen das Blätterdach und tanzen über den Weg.
Ein Höhepunkt ist die Wolfsschlucht – ein verwunschener Abschnitt mit moosbedeckten Steinen, glasklarem Wasser und kleinen Brücken. Wir kraxeln kleine Wege hinauf und hinunter, immer unter dem Blätterdach der Bäume und am Fluss entlang. An einer flachen Stelle steige ich kurz in den Bach, um zu kneippen. Das Wasser ist eiskalt, aber genau das macht es so belebend.
Nach der Wolfsschlucht geht’s weiter zur Weiserhöhe, dem höchsten Punkt der Runde. Der Blick reicht über das Donautal bis ins Mühlviertel. Ein perfektes Plätzchen, um eine zünftige Jause zu genießen, bevor die letzten Kilometer über sanfte Wiesen, vorbei an Obstbäumen, zurück in den Ort führen.
Salzluft mitten in Österreich
Nach der Wanderung geht es zum Curhaus Bad Kreuzen – dem 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin. Hier ist der größte Kneippgarten Österreichs mit Kräutergarten angelegt, der Besuch ist kostenlos. Es gibt auch einen Barfußpfad und Gradierwerk, eine Kammer, in der durch herabrieselnde Sole die Luft mit Salz angereichert wird. Für eine leckere Stärkung sorgt das Café der Klinik. Auf der Terrasse mit Blick auf die wunderschöne Umgebung genießt man Kaffee, Kuchen oder Eis. Ich nasche einen Eisbecher mit Kürbiskernöl – absolut köstlich!
Für mich persönlich war dieser Tag das absolute Highlight der Reise – ich wandere einfach sehr gerne und liebe es, im Wald unterwegs zu sein.
Weitblick und ein süßer Abschied
Am letzten Tag geht es noch einmal hoch hinaus auf die Gobelwarte, einer 21 Meter hohen Aussichtsplattform auf dem 484 Meter hohen Gobel. Der Aufstieg auf den Metall-Turm ist bequem, die Wirkung groß: Oben angekommen liegt einem die Donauregion sprichwörtlich zu Füßen.
Man sieht das Städtchen Grein, das sich sanft ans Ufer schmiegt, den wildromantischen Strudengau mit seinen bewaldeten Hängen – und bei klarer Sicht sogar die Alpen in der Ferne. Der Ausblick beeindruckt und entspannt gleichermaßen. Schade, dass es keine Sitzgelegenheit hier oben gibt – sonst würde ich wohl den halben Tag dort verbringen.
Theater und Mehlspeisen
In dem charmanten Ort Grein mit Kopfsteinpflaster und Donaupromenade verbirgt sich das älteste erhaltene Bürgertheater Österreichs – gegründet 1791. Karin Holzweber vom örtlichen Tourismusbüro führt uns durch das liebevoll restaurierte Haus, das einst von den Bürgerinnen und Bürgern selbst gebaut und betrieben wurde. Man spürt noch heute das Engagement, die Begeisterung und den Stolz, mit dem hier Theater gelebt wurde – und wird. Die alten Holzbänke, die Nummernschilder, die hölzerne Loge: Alles ist lebendige Geschichte. Karin Holzweber erzählt uns Geschichten von Gefangenen, die hier zeitweise im Theater einsaßen und dem hier erfunden Prinzip des „Sperrsitzes“: Die Theaterbesucher konnten ihren Platz für die gesamte Saison mieten. Damit sich nieman sonst auf den teuer bezahlten Platz setzen konnte, wurde die Sitzfläche einfach hochgklappt und mit einem Schlüssel abgesperrt.
Süße Tradition: Mehlspeisenglück bei Schörgi
Einen letzten Genussmoment erlebe ich in der Konditorei Schörgi, direkt an der Donau gelegen. In der großen Vitrine sind wahre Kunsttücke aus Gebäck ausgestellt. Ich bestelle mir den Sommernachtstraum – ein süß-saurer, herrlich luftiger Gaumenschmaus. Auf der Terrasse kann man nicht nur Kaffee, die hausgemachten Pralinen, das Eis und frisch gebackenem Kuchen genießen, sondern auch einen malerischen Blick auf die Donau.

In Sachen Transparenz: Diese Reise fand auf Einladung von Österreich Werbung statt. Vielen Dank für die freundliche Unterstützung! Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.










