Ganz nach Gusto: Campingurlaub am Gardasee
Entspannter als im Hotel, mehr individuelle Freiheit und Nähe zur Natur, das sind Gründe, die für Campingurlaub sprechen. Im südlichen Teil des Gardasees haben sich 17 Plätze unter dem Marketing-Dach Lago di Garda Camping zusammengeschlossen. Antoinette Schmelter-Kaiser hat zwei davon besucht, komfortabel gewohnt, gut gegessen, im Gardasee und Pools gebadet sowie lohnenswerte Ausflüge unternommen.
Wer am Gardasee Campingurlaub machen möchte, hat die Qual der Wahl: Plätze gibt es in jeder Größe, von Riva bis Sirmione, mit unterschiedlichsten Angeboten. Ein ähnliches Portfolio, allerdings unter einem gemeinsamen Marketing-Dach, auf den südlichen Lago-Teil und ausgewählte 17 Anbieter beschränkt, gibt es bei den Mitgliedern der Vereinigung Lago di Garda Camping: Alle Plätze haben eigene Inhaber, ihren individuellen Charakter sowie Seezugang, Gebucht werden können Aufenthalte entweder über die jeweilige Website oder den gemeinsamen Internetauftritt. Wer noch keinen speziellen Platz im Blick hat, findet hier in den Kategorien Glamping, Stellplätze oder Wohneinheiten – auch speziell mit Haustieren erlaubt oder für behinderte Menschen – alle verfügbaren Möglichkeiten und kann dann für einen bestimmten Zeitraum mit der gewünschten Personenzahl weitersuchen. Selbst für die Ferienzeiten stehen die Chancen gut, noch freie Plätze zu finden: Einfach in der allgemeinen Suchmaske die Regionen Venetien oder Lombardei ankreuzen, wo alle Standorte liegen, Datum und Zahl der Mitreisenden eintragen – schon werden verfügbare Optionen angezeigt.
Unterkünfte nach Wahl
Und wer sind die Lago di Garda Camping-Gäste? „Alle, die es im Urlaub gerne entspannter als im Hotel, ihre individuelle Freiheit und die Nähe zur Natur haben wollen. Und das entweder im eigenen Zelt, Van, Wohnwagen und Camper oder komfortabler in einem Bungalow oder Glampingzelt. Solche Unterkünfte werden immer beliebter und entsprechend ausgebaut“, erklärt Erica Savioli, Sales Manager bei Lago di Garda Camping. „On top punkten unsere Plätze mit Annehmlichkeiten von der Kinderbetreuung bis zum Sportprogramm – und das umgeben von Orten, die einen Ausflug lohnen.“
120.000 Quadratmeter großes Gelände
Wie perfekt diese Kombination funktioniert, erleben wir in Pacengo auf dem Lido Family Camping and Village. Vor der Rezeption werden wir an einem Pult empfangen und auf einer Anreise-Liste abgehakt, drinnen geht es zügig weiter mit unserer Anmeldung und dem Aushändigen eines Armbands mit Chip statt Schlüssel. Mit einem Lageplan finden wir uns anschließend problemlos auf dem 120.000 Quadratmeter großen Gelände zurecht, das sich leicht abfallend zwischen Uferstraße und See erstreckt. Unser Maxicaravan Lago Garden Superior liegt am unteren Ende in See-Nähe und ist mit einer Holzterrasse, einem Wohn-/Essbereich und zwei Schlafzimmern mit eigenem Bad ebenso praktisch wie wohnlich. Dank Klimaanlage lassen sich die hochsommerlichen Temperaturen gut aushalten. Zum Abkühlen gibt es außerdem den Gardasee und eine große Pool-Landschaft – je nachdem, ob wir Lust auf mehr oder weniger Gesellschaft haben.
Alleine schwimmen oder in Gesellschaft
Frühmorgens habe ich den Gardasee ganz für mich alleine, als ich bei Sonnenaufgang zum ersten Mal schwimmen gehe. Kontrastprogramm gibt es am Spätnachmittag beim Aqua Dance unter Anleitung und mit fetziger Musik im Pool. Dort tummeln sich nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch Familien mit Kindern vom Baby bis zum Teenager, die beim Plantschen, Tauchen und auf den Wasserrutschen jede Menge Spaß haben. Abends haben wir es nur ein paar Schritte ins Restaurant La Terrazza, das auch zum Campingplatz gehört. Seinem Namen macht es mit einer großen Außenterrasse alle Ehre. Zu Pasta mit köstlicher Pistaziencreme und gemischtem Salat genießen wir den Sonnenuntergang, dem wechselnde Wolkenformationen ein optisches I-Tüpfelchen verpassen. Ein Verdauungsspaziergang führt uns am See entlang auf einen Steg, bis die ersten Sterne zu funkeln beginnen.
Pittoreske Gassen und Plätze
Am nächsten Morgen leihen wir uns Fahrräder aus und folgen dem Uferweg bis nach Lazise – vorbei an Schilfgürteln mit Schwänen sowie schattigen Badestränden. Im Ort angekommen, parken wir die Räder vor der Stadtmauer. Denn das gesamte historische Zentrum ist Fußgängerzone – und von der wehrhaften Scaligerburg bis zum kleinen Hafen pittoresk wie aus dem Bilderbuch; die stimmungsvollen Gassen und Plätze säumen ebenso hübsche wie angenehm klimatisierte Geschäfte, so dass meine Freundin und ich deutlich länger als geplant umherbummeln. Zurück zum Campingplatz geht es entlang der Hauptstraße – in der Frühnachmittagssonne eine schweißtreibende Angelegenheit, nach der wir uns auf eine Siesta in unserem Maxicaravan freuen.
Erst Parkspaziergang, dann Pastaessen
Am nächsten Morgen wäre der Weg zu unserem zweiten Lago di Garda Camping-Standort nur 30 Kilometer weit. Aber wir haben einen Abstecher ins Hinterland des Gardasees zum Parco Giardino Sigurtà eingeplant. Seine breiten Alleen, uralten Bäume, üppig bepflanzten Blumenbeete und Seerosenteiche erleben wir fast menschenleer, weil ein Gewitter im Anzug ist. Kurz nach dem Aussichtspunkt mit dem imposanten Denkmal des ehemaligen Besitzers Carlo Sigurtà oberhalb einer riesigen Rasenfläche erwischt uns der Regen – natürlich ohne Schirm. Aber a) glänzt das nasse Grün besonders intensiv. Und b) haben wir Sachen zum Umziehen im Auto, so dass wir trocken zum nächsten Zwischenstopp kommen: dem Pastificio Remelli. Das Städtchen Valeggio sul Mincio ist nämlich ein Dorado für Tortellini-Fans, mehrere Restaurants bieten sie als lokale Pasta-Spezialität an. In unserem Lokal wird sie im Eingangsbereich in vielen frischen Variationen an einem gläsernen Tresen verkauft. In einem der hübsch eingerichteten Räume nebenan können wir eine appetitliche Auswahl mit verschiedenen Größen und Füllungen probieren, die mit geschmolzener Butter serviert wird. Weil die kleinsten unfassbar zart und aromatisch sind, kauft meine Freundin davon für zuhause gleich noch ein halbes Kilo.
Mobilheim mit viel Urlaubskomfort
Bis zur Rückreise können wir dieses kulinarische Mitbringsel im Kühlschrank auf dem Camping Village & Glamping Riva Blu in Padenghe aufbewahren. Denn auch hier haben wir in unserem Bungalow Garden Large mit einer vollausgestatteten Küche, Klimaanlage, Wohn-/Essbereich und zwei Schlafzimmern nebst angeschlossenem Bad viel Urlaubskomfort. Anders als in Pacengo gibt es hier keine Stellplätze, sondern nur Mobilheime wie unseres, die umgeben von blühenden Oleanderbüschen in mehreren Reihen nebeneinander liegen. Am Hang oberhalb des Gardasees werden außerdem Glamping-Zelte mit Blick aufs Wasser vermietet. Weiter unten könnten Gäste eine Wiese mit Liegen und Sonnenschirmen nutzen, wenn sie im See baden gehen oder sich sonnen wollen; Drinks, Snacks und Musik gibt es in der Bar daneben. Das Gros der Gäste scheint allerdings den gepflegten Poolbereich zu bevorzugen, neben dem Rezeption, Restaurant und der Kids Club liegen.
Auf Leih-Bikes zur Rocca di Manerba
Auch vom Camping Village & Glamping Riva Blu ist es nicht weit zu Sehenswürdigkeiten. Auf unseren Leih-Bikes steuern wir die Rocca in Manerba an und freuen uns in der leicht hügeligen Landschaft über den Elektroantrieb. Am Ziel angekommen, absolvieren wir die letzten Höhenmeter wegen des schmalen, steilen Wegs zu Fuß und staunen oben angekommen über den prachtvollen Panoramablick: Rechts säumen sattgrüne Olivenhaine, Felder und Wiesen den See, links blicken wir über blühende Sträucher in Richtung des Städtchens Salò, vor dem zwei Inseln im Wasser liegen. Auf dem Rückweg stoppen wir in Manerba am Eingang eines Gartens, wo ein alter Mann Olivenöl, Eier und Wein aus eigener Produktion verkauft und aus seinem Leben als Bauer und Gastgeber erzählt.
Heimreise am Westufer des Gardasees
Ganz beglückt von unseren Erlebnissen unterwegs beschließen wir am nächsten Tag, auf der Heimreise nicht den schnellen Weg über die Autobahn zu nehmen. Stattdessen fahren wir nach einem Halt auf dem Wochenmarkt von Padenghe auf der Uferstraße am Westufer des Gardasees entlang, die immer höher und steiler werdende Berge flankieren – vorbei an romantischen Villen, schlanken Zypressen, duftendem Jasmin und pink blühenden Bougainvilleen. Mittags machen wir Halt in Gargnano – mit seinem kleinen, malerischen Ortskern und tiefenentspanntem Charme einer meiner Lieblingsorte. Ein letzter Affogato, ein letztes Gelato mit einer Kugel fruchtigem Melonen- und einer Pfirsichgeschmack – dann brechen wir zum Rest der Rückreise gen Brenner auf.
In Sachen Transparenz: Wir bedanken uns ganz herzlich Lago di Garda Camping für die Einladung (Werbung, da Pressereise) und bei Global Communication Experts GmbH für die tolle Organisation. Wir berichten nur über Hotels und Destinationen, die wir selbst getestet haben und die wir auch Freunden empfehlen würden.

















