Natur, Genuss und Entschleunigung im Ahrntal
Im Ahrntal hat sich ein Südtiroler Traditionshotel neu erfunden: Aus dem ehemaligen Gallhaus ist das Naturhotel Molin geworden. Nach einem kompletten Umbau empfängt das Haus seine Gäste mit modernem Design, viel Natur, einem großzügigen Spa und ganz viel Südtiroler Lebensgefühl. Wir haben für ein paar Tage eingecheckt und waren begeistert.
Ich bin mit meiner langjährigen Freundin aus der bayerischen Heimat unterwegs und unsere Reise beginnt entspannt mit dem Zug ab München. Wir freuen uns auf ein paar Tage in schönster Landschaft mit viel Zeit zum quatschen, Entspannen und genießen. Und dafür haben wir uns das neu gestaltete Naturhotel Molin ausgesucht. In Brixen wartet bereits unser Shuttle (gegen Gebühr), der uns direkt ins Ahrntal bringt. Gut eine Stunde fahren wir durch die beeindruckende Berglandschaft, bis wir schließlich das Molin entdecken. Nicht nur die Fassade mit dem grünen „M“ist neu, auch der Name: Denn aus dem traditionsreichen Hotel Gallhaus wurde das „Naturhotel Molin“.
Wir werden freundlich von Sophia an der Rezeption begrüßt und checken schnell ein. Wir beziehen unsere wunderbare Suite und sind begeistert von der tollen Ausstattung und dem modernen Design. Viel Zeit zum Auspacken bleibt uns allerdings nicht, denn wir kommen gerade noch rechtzeitig zum Abendessen. Alexandra, unsere freundliche Kellnerin bringt uns zu unserem Tisch und erklärt das Menü. Heute haben wir Glück, denn es ist Gala-Abend und statt eines klassischen Menüs warten zahlreiche kleine Speisen darauf, probiert zu werden. Wir schlemmen uns durch den Abend und fallen anschließend todmüde ins Bett.
Frühstück mit Bergblick
Am nächsten Morgen wecken uns die ersten Sonnenstrahlen. Das Frühstück macht es leicht, in den Tag zu starten: Eierspeisen nach Wunsch, Lachs, Müsli in vielen Varianten, frisches Brot und Croissants, Obst sowie Käse und Aufschnitt lassen kaum Wünsche offen. Unser Highlight ist allerdings der frisch gepresste Gemüsesaft aus Karotten, Gurke und Ingwer – eine Vitaminbombe gleich am Morgen. Mit einem zweiten Cappuccino geht es anschließend auf die Terrasse. Erst jetzt entdecken wir richtig, wie schön der Garten angelegt ist mit vielen Gräsern, Hortensien und einer kleinen Wiese mit Wildblumen. Der große Pool, die Liegestühle und gemütlichen Cabanas bieten einen wunderschönen Blick in die Bergwelt der Dolomiten. Auf den saftig grünen Wiesen grasen Kühe. Berge haben für uns immer etwas Beruhigendes und sind irgendwie ein besonderer Kraftort. Und das spürt man hier sofort.
Wellness und Entspannungsprogramm
Wir erkunden erstmal den Spa-Bereich mit Indoorpool, verschiedenen Saunen, Ruheräumen und Beautycenter. Von Drinnen hat man einen sehr schönen Ausblick in den Garten und die Berge, so dass man sich sicherlich hier auch bei schlechtem Wetter gut aufhalten kann. Draußen im Garten wartet zusätzlich eine neue finnische Sauna in einem kleinen Häuschen und ein großer Schwimmteich der für Abkühlung nach dem Saunagang sorgt. Ein besonderes Highlight ist der Saunaaufguss der jeden Tag um 17 Uhr von Saunameister Werner Succi gemacht wird, denn er kennt sich nicht nur mit dem perfekten Schwitzen aus, sondern vor allem mit dem Kochen. Er ist der Küchenchef des Molin und das Saunieren ist seine Leidenschaft. Was für eine ungewöhliche Kombi!
Bei herrlichem Spätsommer-Wetter verbringen wir den Tag draußen. Wir schwimmen im angenehm warmen Pool, lesen, machen ein Mittagsschläfchen in unserer Cabana und genießen es, einmal nichts zu müssen. Ab 14 Uhr wartet die Jause mit Suppe, Salaten und einem köstlichen Apfelstrudel. Viel mehr braucht es an diesem Tag eigentlich nicht und wir sind sehr schnell im Entspannungsmodus. Am Nachmittag buchen wir uns ein Meersalzpeeling mit anschließender Massage im Spa. Die Mitarbeiterin im Spa Lena erklärt erstmal was sie macht, trägt dann das Peeling mit dem Meersalz auf. „Das löst abgestorbene Hautschüppchen und lässt die Haut wieder strahlen“, sagt sie. Anschließend wird alles wieder abgeduscht und sie knetet sanft den verspannten Rücken. Einfach herrlich!
Mit der Kutsche durchs Ahrntal
Am nächsten Morgen starten wir gleich früh mit einer Runde schwimmen im Pool bevor es dem Frühstück zu einem kleinen Ausflug auf den „Obergruberhof“ zu einer Kutschfahrt geht. Oswald, der Kutscher und Besitzer des Bauernhofs, wartet bereits mit seinen Pferden auf uns. Wir schauen uns auf dem Hof um, entdecken den Pferdestall, streicheln die Hauskatze und bewundern den großen Garten mit dem Spielplatz für die Kinder der Gäste. Oswald spannt die Pferde vor die Kutsche, wir kraxeln hoch und los geht es – abseits der großen Straßen und mitten durch die Landschaft. „Ich kenne die Gegend wie meine Westentasche“, erzählt er und beginnt, uns von den Bergen, den Veränderungen der vergangenen Jahre und dem Leben hier im Ahrntal zu berichten. Besonders schön sind seine Geschichten über die Kinder, die auf dem Bauernhof den Umgang mit den Tieren kennenlernen können. „Viele Kinder aus der Stadt kennen die Tiere nur aus dem Zoo und sind meist komplett begeistert, wenn sie im Stall mithelfen dürfen oder mit mir Kutsche fahren können“, sagt er. Wir traben vorbei an wunderschönen Bauernhäusern, der Kirche von Sankt Peter und dem Einstieg zum Leonardi-Stieg, einem Besinnungsweg der mit Holzskulpturen Geschichten erzählt und zum Wandern einlädt. Richtig schön.
Wir könnten noch stundenlang weiterfahren, doch leider vergeht die Zeit viel zu schnell. Die Kutschfahrt ist ein wunderbar entspannter Ausflug und gleichzeitig ein authentischer Einblick in das Leben auf einem Hof. Und egal ob mit der Familie oder mit dem Partner, so eine Kutschfahrt durch die Landschaft ist ein sehr schönes Erlebnis.
Tradition trifft auf Zukunft
Den Nachmittag verbringen wir wieder im wunderschönen Garten, der sich schnell zu unserem Lieblingsplatz entwickelt hat. Zwischen Schwimmen, Sauna und Entspannung kommen wir mit anderen Gästen ins Gespräch. Sie erzählen uns, dass sie bereits vor mehr als 30 Jahren hier Urlaub gemacht haben – und vom neuen Haus begeistert sind. Damit schließt sich für uns der Kreis. Denn genau diese Verbindung aus Vergangenheit und Zukunft war der Familie Lechner beim Umbau wichtig. „Wir wollten uns einfach weiterentwickeln, aber trotzdem die Tradition des Hotel Gallhauses weiterführen“, erzählt Markus Lechner, der Besitzer des Molin. Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück. Bereits seine Großmutter vermietete in den 1960er-Jahren Fremdenzimmer, bevor sein Vater Gottfried Lechner 1979 das Hotel Gallhaus baute. Nun hat die nächste Generation das Haus fit für die Zukunft gemacht und den großen Umbau vorangetrieben. Dank guter Vorplanung und einem hervorrangenden Architekten blieb die Bauzeit erstauntlich kurz: Von Februar bis Juli wurde komplett umgebaut und das Haus zugesperrt. Das Ergebnis ist eine gelungene Transformation. Vom großen „M“ an der Fassade über das Restaurant bis zu den Zimmern und dem Pool zieht sich eine moderne, klare Handschrift durch das gesamte Haus.
Ein neuer Name und ein Naturhotel für alle
Auch der neue Name ist Programm: „Molin“ bedeutet auf italienisch Mühle und bezieht sich auf die vielen Mühlen in dieser Region hier im Ahrntal. Der Begriff Naturhotel soll gleichzeitig die Nähe zur Region und zur Natur unterstreichen. Ein klassisches Biohotel möchte das Haus nicht sein, vielmehr familiär, bodenständig und naturnah. Auch wenn der Spa-Bereich zum Entspannen einlädt, soll das Molin kein reines Wellnesshotel sein. Die Gäste sollen hinausgehen, die Berge erleben und die Region entdecken. „Wir freuen uns über Familien genauso wie über Paare oder Einzelreisende“, sagt Markus Lechner. „Wir sind wie ein Gemischtwarenladen und bieten für jeden etwas“, ergänzt er lachend. Und vielleicht ist genau das die Stärke des neuen Molin: Es muss sich nicht auf eine bestimmte Zielgruppe festlegen. Hier treffen Wellness und Natur, Genuss und Aktivität, Tradition und modernes Design aufeinander. Vor allem aber ist es ein Ort, an dem man schnell einen Gang zurückschaltet. Und manchmal ist genau das der schönste Luxus eines Urlaubs in den Bergen.
In Sachen Transparenz: Wir bedanken uns ganz herzlich beim Naturhotel Molin für die schöne Einladung (Werbung, da Pressereise) und beim AHM PR für die tolle Organisation. Wir berichten nur über Hotels und Destinationen, die wir selbst getestet haben und die wir auch Freunden empfehlen würden.












