Genau das ist die Welt von Simone Andreoli. Vergangene Woche hatte ich in Hamburg die besondere Gelegenheit, den Mann persönlich kennenzulernen, der hinter diesen außergewöhnlichen Düften steckt. Ein charmanter Italiener, ein kreativer Freigeist – und vor allem ein Parfümeur mit einer ganz besonderen Begabung: Er kann Gefühle, Erinnerungen und Reiseerlebnisse in Düfte übersetzen.
Dass Simone Andreoli einmal Parfümeur werden würde, war ihm bereits als Kind klarer, als man vielleicht vermuten würde. Geboren wurde er 1990 in Carpi in der italienischen Provinz Modena. Seine Leidenschaft für Düfte entdeckte er im Alter von acht Jahren während einer Familienreise in die Provence. Dort besuchte er Parfümeur-Werkstätten in Grasse, der französischen Hauptstadt der Parfümerie, und war sofort begeistert. „Und da wusste ich, dass ich Parfumeur werden möchte“, erzählt Simone lachend.
Die Nase hinter den Düften
Doch seine kreative Welt sollte schon früh weit über Italien hinausreichen. Das Reisen wurde für ihn zu einer wichtigen Quelle der Inspiration. Getrieben von Neugier und einer ausgeprägten Empathie tauchte er in andere Kulturen ein, sammelte Eindrücke, Gerüche, Farben und Geschichten. Aus dem italienischen Erbe entwickelte sich so eine ausgesprochen internationale Perspektive.
Genau diese Verbindung prägt heute seine unverwechselbare Handschrift: italienisches Savoir-faire trifft auf die Freiheit und Inspiration der ganzen Welt. Bereits als Teenager reifte in ihm der Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen. Er wollte nicht einfach die klassischen Regeln der traditionellen Parfümerie fortführen, sondern sie neu interpretieren – zeitgemäß, frei und ohne Angst vor Konventionen.
Mit 18 Jahren ging Andreoli schließlich nach Grasse und absolvierte eine klassische Ausbildung am Grasse Institute of Perfumery. Dort lernte er den professionellen Umgang mit natürlichen Rohstoffen und synthetischen Duftmolekülen. Nach vier Jahren Ausbildung kehrte er nach Italien zurück – mit dem festen Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen. 2014 wagte Simone Andreoli den großen Schritt: Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Alberto Gaiti gründete er seine eigene Marke. Er war gerade einmal 24 Jahre alt.
Warum seine Düfte so erfolgreich sind
Und er entschied sich bewusst gegen die klassischen Regeln der großen Parfümwelt. Keine Duftkreationen, die lediglich einem aktuellen Trend folgen. Keine austauschbaren Kompositionen, die möglichst vielen Menschen gefallen sollen. Stattdessen wollte Andreoli seine eigenen Erinnerungen, Reisen und Emotionen erzählen. So entstand die Idee des „Diario Olfattivo“ – des olfaktorischen Tagebuchs. Jeder Duft wird dabei zu einer Seite dieses Tagebuchs. Ein Ort, ein Moment, eine Begegnung oder ein Gefühl wird in eine Duftkomposition übersetzt. „Der Duft soll nicht einfach nur „gut riechen“, sondern etwas auslösen“, erklärt er. Und genau darin liegt vielleicht sein Erfolgsgeheimnis.
Dass Andreoli mit seiner Idee einen Nerv treffen würde, war selbst für ihn eine Überraschung. In einem Interview erzählte er später, dass er zunächst mit einem wesentlich langsameren Erfolg gerechnet habe – gerade weil der Markt bereits sehr voll war und er als damals erst 24-Jähriger ein sehr junger Gründer war. Doch es kam anders.
Von Anfang an stießen seine Düfte auf großes Interesse. Andreoli führt den Erfolg vor allem auf die Authentizität seiner Kreationen zurück: Die Düfte wurden nicht zuerst für einen Markttrend entwickelt, sondern aus einer persönlichen Geschichte heraus. Diese Haltung ist bis heute geblieben. Seine Kreationen sollen individuell sein, Konventionen brechen und nicht jedem gefallen müssen. Genau das macht sie für Liebhaber der Nischenparfümerie interessant. Bereits 2023 berichtete die Marke von einer internationalen Präsenz in mehr als 40 Ländern und einer selektiven Distribution außerhalb Italiens.
Düfte mit Kopfkino
Und dann sind da diese Namen! Ich finde, sie machen einen großen Teil des Charmes aus. Noch bevor man den Duft überhaupt auf der Haut erlebt, beginnt im Kopf eine kleine Reise. Simone erzählt so leidenschaftlich und begeistert über die verschiedenen Düfte, die wir persönlich erschnuppern:
Malibù – Party in the Bay klingt nach Sonne, kalifornischer Küste und einer Nacht, die niemals enden soll.
Kite in Crystal Reef nimmt uns mit an türkisblaues Wasser, Wind und ein Korallenriff.
Surf the Ginger Wave ist pure Bewegung, Abenteuer und Lebensfreude.
Und Don’t Ask Me Permission – Tribute to Rio de Janeiro? Der Name allein ist schon ein Statement. Freiheit, Sinnlichkeit, Energie und ein bisschen Rebellion.
Es sind keine nüchternen Produktnamen. Es sind kleine Geschichten. Denn Reisen bedeutet nicht immer, in ein Flugzeug zu steigen. Manchmal reicht ein Duft. Ein Duft kann uns an einen Ort zurückbringen, an dem wir glücklich waren. Er kann Fernweh auslösen oder uns an einen Menschen erinnern. Und manchmal schafft er genau das, was wir im Alltag brauchen: einen kleinen Moment des Innehaltens. Bei Simone Andreoli wird dieses Prinzip zum Konzept.
Seine Düfte sind Reisen in flüssiger Form.
Und vielleicht ist das auch der Grund, warum die Begegnung mit ihm in Hamburg für mich mehr war als eine klassische Duftvorstellung. Hinter jedem Flakon steckt ein Stück seiner persönlichen Geschichte – und gleichzeitig die Einladung, daraus unsere ganz eigene Geschichte zu machen.
Andreolis Verständnis von Luxus folgt dabei ebenfalls keinem klassischen Schema. Seine Düfte sind zeitlos und genderless, also nicht an kurzlebige Trends oder klassische Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ gebunden. Sie sollen Individualität ausdrücken und sich nicht in eine Schublade einordnen lassen. Das macht die Kreationen für mich so spannend: Sie wollen nicht jedem gefallen. Sie wollen etwas auslösen.
Wo kann man Simone Andreoli kaufen? Die gute Nachricht: Die Marke ist inzwischen auch in Deutschland angekommen und deutlich leichter erhältlich, als man bei einer italienischen Nischenmarke vielleicht vermuten würde. Aktuell führt beispielsweise Douglas Deutschland eine Auswahl der Simone-Andreoli-Düfte online. Dazu gehören unter anderem Malibù Party in the Bay, Leisure in Paradise, Don’t Ask Me Permission, Sunplosion, Pacific Park, Born From Fire und weitere Kreationen. Auch ausgewählte deutsche Nischenparfümerien führen die Marke und natürlich können die Düfte auch direkt über die website bestellt werden: www.simoneandreoli.com
„Ich wusste schon als Kind, dass ich was mit Düften machen wollte“
-Simone Andreoli, Parfumeur
In Sachen Transparenz: Werbung aufgrund von Namensnennung der Duftvorstellung (unbezahlt).









