Slow down im Sauerland!
Im Bergdorf LiebesGrün können große und kleine Gäste in aller Ruhe entschleunigen. Ihr Zuhause auf Zeit sind Berghütten, Bergchalets oder Nester mit Platz für bis zu sieben Personen. Beim HolidayCheck Award 2026 kam das Bergdorf auf Platz drei der beliebtesten Hotels in Deutschland. Wir finden total zu Recht!
Nichts finde ich entspannender, als in eine Badewanne zu steigen und loszulassen. Zu Gast im Bergdorf LiebesGrün ist dieses Vergnügen zusätzlich eine Augenweide: Durch ein Panoramafenster, das vom Fußboden bis in den Spitzgiebel reicht, kann ich direkt auf eine Koppel mit drei weidenden Pferden, einem Pony und einem Esel schauen, während ich im warmen Wasser liege. Auch darüber hinaus ist unser 90 Quadratmeter großes Zuhause auf Zeit so stimmig ausgestattet, dass meine Tochter und ich am liebsten sofort einziehen würden: Auf der einen Seite des nach oben offenen Wohnraums im Erdgeschoss liegt der Küchenbereich mit einem frei stehenden Herd, an dessen Seiten dicke Holzscheite gestapelt sind. Neben der Treppe wartet ein hoher, runder Kamin mit großer Glasscheibe darauf, angezündet zu werden. Gemütlicher Essplatz gegenüber ist ein langer, schlichter Holztisch mit Eckbank. Daneben lädt ein quadratisches Sofa, vor dem eine dicke Baumstammscheibe als Ablage steht, zum Schmökern ein. In den drei Schlafzimmern mit je zwei Schlafplätzen sorgt ebenfalls viel helles Holz für heimelige Atmosphäre. Als I-Tüpfelchen steht draußen eine hölzerne Relax-Liege für zwei mit Blick ins Tal bereit.
Zehn solcher Berghütten bildeten seit Ende 2011 ein „Bergdorf im Sauerland“, 2019 kamen noch fünf Bergchalets und drei Nester dazu. Das Ganze umgibt Natur pur: Unterhalb des Bergdorfes ziehen sich Wiesen und Felder am Hang hinunter bis zum Städtchen Schmallenberg. Oberhalb und daneben erstrecken sich kilometerweit dichte Mischwälder. Ursprünglich wollte die Holländerin Jessica Gerritsen, die das vier Hektar große Gelände zunächst pachtete und 2007 kaufte, hier einen Campingplatz anlegen. Doch dann baute sie zunächst die dazugehörige Skihütte, die bis dahin außer bei Schnee nicht bewirtschaftet wurde, gemeinsam mit Ralf Blümer zu einem Restaurant inklusive Kochschule um. Als dieses Konzept vor allem für Feiern und Events gut ankam, beschäftigten sich die beiden mit der Idee, von Zelten und Wohnwagen auf Chalets als Unterkünfte umzusatteln. Möglichst viel Licht und Raum zum Wohlfühlen sollten diese bieten, gleichzeitig aber traditionelle Elemente aus der Region aufgreifen – von einer Fachwerkwand neben der Haustür über Metalldächer, die in der Umgebung Scheunen bedecken, bis hin zu heimischer Eiche und Lärche als Bodenbelag sowie Außenverkleidung. „Erst waren die Verhandlungen mit Banken und Behörden zähflüssig“, erinnert sich Ralf Blümer, der selbst aus Gegend stammt. „Dann gingen aber nach und nach die Türen für uns auf“. Die praktische Umsetzung, die örtliche Handwerker übernahmen, habe schließlich nur sechs Monate gedauert.
Seither konnte sich das LiebesGrün bei Familien, aber auch Freundeskreisen und Paaren aus einem Einzugsgebiet von 200 Kilometern und mehr erfolgreich etablieren. Anfang 2026 kam es beim HolidayCheck Award auf Platz drei der beliebtesten Hotels in Deutschland. Weil LiebesGrün-Gäste als Kontrastprogramm zum anstrengenden Alltag vor allem Ruhe suchen, gibt es absichtlich kein Animationsprogramm – außer der Möglichkeit für Kinder, beim Pflegen und Füttern der Ponys sowie Esel Otto mitzuhelfen oder auf dem Paddock in Begleitung erste Schritte auf ihnen zu wagen. Morgens wird das gewünschte Frühstück in die Hütten geliefert; abends stehen im Restaurant zwei leckere Slowfood-Menüs zur Auswahl. Tagsüber kann jeder das tun, worauf er Lust hat – wandern, ausschwärmen, wobei es dank der Schmallenberger Sauerland Card Vergünstigungen wie kostenlosen Eintritt in die nahe Wisent-Wildnis, das Wellenfreibad oder das Grafschafter Museum im Kloster gibt, oder faulenzen. Hauptbeschäftigung ist Entschleunigen, was man vom ersten Moment an spürt: Kinder quer durch alle Altersstufen spielen zusammen Verstecken, Fangen oder streicheln die Pferde; Erwachsene lesen auf ihren Terrassen oder sehen sich an grünen Waldwogen satt, während Vögel zwitschern und irgendwo Kirchenglocken läuten. Je länger man einfach nur da ist, statt ständig etwas zu tun, umso sensibler werden die Sinne: Unterwegs im Wald hören wir die Bäumen im Wind rauschen, entdecken eine winzige Erdkröte genauso wie Hummeln, Bienen und Schmetterlinge über lila Blüten und zupfen reife Himbeeren von Sträuchern. So simpel kann Erholung sein.
In Sachen Transparenz: Wir bedanken uns beim Bergdorf Liebesgrün für die freundliche Unterstützung dieser Reise (Werbung, da Pressereise). Wir stellen nur Hotels, Resorts und Destinationen vor, die wir selbst getestet haben und die wir auch Freunden empfehlen würden.










